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Indien, Land der Kontraste: Uralte Traditionen neben modernster Technologie. Heimat für mehr als eine Milliarde Leute, wo wir einige der grössten Slums der Welt finden.
Nirgends ist die Missionsaufgabe dringender als in dieser grossen Nation, wo jeder fünfte Erdenbürger wohnt. Alle zwei Sekunden wir hier ein Kind geboren, und von jenen, die überleben, wir jedes zweite unterernährt sein. 88 Millionen Menschen kämpfen um ihre Existenz in den grössten und hoffnungslosesten Slums der Welt.
Indien hat mehr (und grössere) Bevölkerungsgruppen ohne Christen oder Kirchen als irgendein anderer Ort auf Erden.
Wir versuchen Christus nachzufolgen in diesem Kontext, und auf angebrachte Art und Weise auf die Bedürfnisse um uns herum zu reagieren. Wir leben in armen Nachbarschaften und versuchen hier mit unseren Nachbarn Beziehungen aufzubauen. Wir teilen ihren Alltag und versuchen mit einigen der selben Problemen zurechtzukommen: Stromunterbrüche, Wassermangel, kochen, waschen, Gemüse kaufen fürs Abendessen. Die Servants-Teams leben mit den Armen in zwei grossen Städten Indiens.
Fallstudie: Slum planiert - Servants bewegt etwas
Dave Andrews, der Autor von 'Not Religion but Love' und 'Christi-anarchy' ist ein Mitglied des Älterstenrates von Servants to Asia's Urban Poor. Er lebte früher in Indien und erzählt folgende inspirierende Geschichte...
Vor einigen Jahren haben John und Kelly entschieden, dass es für sie Zeit sei, persönlicher und praktischer auf die Bedürfnisse der Armen einzugehen. Sie entschlossen sich, mit Servants nach Indien zu gehen. Nach ihrer Ankunft sahen sie sich in der Stadt nach einem Slum um, wo sie leben könnten. 1999 zogen John, Kelly und ihr junger Sohn Tom ins Bullah slum, das auf Land der Regierung entlang eines Entwässerungskanals gebaut war. Sie fanden eine kleine Hütte und liessen sich neben 900 anderen Familien nieder. Während den nächsten Jahren tauchten John und Kelly ins Slumleben ein, lebten unter den Slumbewohnern, lernten ihre Sprache und Kultur und entwickelten dutzende gegenseitige Beziehungen. Am 19. Oktober 2001 machte jemand John auf eine Notiz aufmerksam, die an die Gemeinschaftstoiletten angebracht worden war. Sie besagte, dass der Rat das Slum räumen und die Leute 25 Kilometer entfernt ansiedeln würde...in 6 Tagen! Verständlicherweise waren die Leuter verstört! John berief mehrere Nachbarschaftstreffen ein, um die Räumung zu diskutieren. Nachdem jeder angehört wurde, der etwas sagen wollte, entschlossen die Leute, dass sie folgende Dinge benötigen würden: 1) Ein Bewilligung, bleiben zu können, bis der Winter vorüber ist, was ihnen Zeit geben würde, Geld zu beschaffen, um neues Land am Umplatzierungsort kaufen zu können; 2) legale Zertifikate für das neue Land, bevor die Umsiedlung stattfinden würde; 3) legale Anspruchsberechtigung für neues Land für alle Leute im Slum, die Hütten besassen. John, ein ausgebildeter Anwalt, fand eine Gruppe lokaler Anwälte, die den Fall vor das Hohe Gericht in Delhi bringen konnten. Er war der Mittelmann zwischen den Vertretern aus dem Slum und den Anwälten und schliesslich erhielten sie Unterstützung vom Gericht für grundlegenden Forderungen der Slumbewohner. Während den Anhörungen fragte der Richter nach einer Liste von Familien im Slum. Der Rat weigerte sich, eine solche Liste zur Verfügung zu stellen, so mussten John und seine Freunde die Riesenarbeit auf sich nehmen, eine Liste aller Familien im Slum zusammenzustellen. Kallu war einer von John's Freunden im Slum, der seine Hilfe anbot. Zusammen mit einigen anderen Freunden begannen sie, alle Informationen zu sammeln. Kallu's Hütte wurde zum Operationszentrum, wo alle Namen, Rationenkarten, Hüttennummern und Ansprüche dokumentiert wurden. Nach mehreren Wochen harter Arbeit hatten Kallu und John schliesslich eine aktuelle Liste zusammen, welche die Ansprüche einer Dutzend Familien sicherte, welche berechtigt waren, aber sonst übersehen worden wären. Eines Tages, als John seinen Sohn Tom zur Schule brachte, sah er mehrere hundert bewaffnete Polizisten in Sturmausrüstung, die sich bereit machten, das Slum gewaltsam zu räumen. John lieh sich das Mobiltelefon eines Freundes und kontaktierte alle Personen, die er kannte, um die Provokation zu stoppen und die zwangsmässig folgende Gewalt. Glücklicherweise wurde die Polizei in letzter Minute zurückgerufen und die Umsiedlung wurde vertagt. Darauf waren John und seine Freunde erfolgreich darin, eine friedliche Umsiedlung auszuhandeln, mit Landrechten für mehr als 80% der Slumbewohner, etwa 750 Familien. Die Leute entdeckten jedoch, dass es kein Wasser gab, keine Elektrizität, kaum öffentliche Verkehrsmittel und dass ihr Land drei bis fünf Fuss unterhalb des Strassenniveaus lag, was bewirkte, dass es bei Regen in einen dreckigen grossen Sumpf verwsandelt wurde. John und seine Freunde mussten viele Male zurück vor Gericht, um sicherzustellen, dass das Land angehoben wurde, dass Trinkwasser und Elektrizität zur Verfügung gestellt wurden. Es gibt immer noch nicht geügend Busse, und der Kampf geht weiter. Inzwischen hat John lokale Behörden kontaktiert und kleine Kredite ausgehandelt, welche den Leuten helfen, kleine Unternehmen zu starten. John verfasst jetzt eine Broschüre über die Umsiedlung von Slumbewohnern, in der Hoffnung, dass sie gebracht werden kann, um Leute über ihre Rechte zu informieren für zukünftige Zwangsumsiedlungen.
John's Geschichte ist ein gutes Beispiel für einfache, praktische, vom Herzen kommende Basishilfe für einige der randständigsten Leute auf Erden. Es ist zu hoffen, dass viele, die diese Geschichte lesen, sich zu John und Kelly und ihre Freund in einem Slum in Asien gesellen.
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